Schweizerische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie

Société Suisse de Dermatologie et Vénérologie

Was ist Dermatologie?

Die Dermatologie ist die Heilkunde über die Hautkrankheiten.
Vollständig heisst das Fachgebiet «Dermatologie und Venerologie».

Die infektiösen und nicht-infektiösen Geschlechtskrankheiten, die sich typischerweise mannigfaltig an der Haut manifestieren, sind historisch und bis heute ein wichtiger Bestandteil. Sie bilden die Venerologie (von Venus, Göttin der Liebe).

Die Dermatologie und Venerologie ist ein sehr breites medizinisches Fachgebiet, das sämtliche Hautkrankheiten umfasst. Es schliesst die Behandlung von Frauen und Männern und alle Alterskategorien gleichermassen mit ein.

Das Fachgebiet der Dermatologie und Venerologie zählt rund 2'000 facheigene Diagnosen. Es ist gleichzeitig mit sämtlichen anderen medizinischen Fachrichtungen – sowohl den internistischen als auch den chirurgischen Fächern – in regem Kontakt und Austausch. Über das «Organfach» der Hautheilkunde kann praktisch die gesamte Medizin erlebt werden. Auch die Erkrankungen der Mundschleimhaut, der Haare und der Nägel gehören dazu.

Im Kern behandelt die Dermatologie und Venerologie nicht-infektiöse Krankheiten wie Ekzeme oder Psoriasis (Schuppenflechte), häufige Infektionskrankheiten der Haut wie Gürtelrose, Herpes simplex oder Erysipel und schliesslich die übertragbaren Geschlechtskrankheiten.

Ein besonders wichtiges Gebiet bildet die Behandlung der Hauttumore, die Dermatoonkologie. Ungefähr jeder dritte Mensch entwickelt im Laufe des Lebens Hautkrebs. Die meisten Patienten können geheilt werden. Die Abklärung und Behandlung von Hautkrebs ist überwiegend die Domäne der Dermatologie und Venerologie. Dies schliesst auch die chirurgische Behandlung von Hautkrebs mit ein, wo mehrere Fachgebiete, darunter auch die Dermatologie, einen grossen Beitrag zur korrekten Behandlung hautkrebskranker Patienten leisten.

Weitere wichtige Teilgebiete umfassen Allergien (Allergologie), die Dermatologie der Kinderhaut (pädiatrische Dermatologie), Talgdrüsenerkrankungen (z.B. Akne), Durchblutungsstörungen der Haut (z.B. Abklärung und Therapie chronischer Wunden), Haar- und Nagelerkrankungen, Hautprobleme bei organtransplantierten Patienten, Laserbehandlungen der Haut sowie die ästhetische Dermatologie.

Hautkrankheiten verunsichern die Patienten in ihrem Selbstwertgefühl und beeinträchtigen oft die sozialen Kontakte. Die Gesundheit der Haut ist deswegen von grosser Bedeutung für das psychische Wohlbefinden. Zusätzlich können Juckreiz und Schmerzen bei Hauterkrankungen auch die körperliche Integrität beeinträchtigen. Einige Hautkrankheiten sind potenziell lebensbedrohlich und erfordern rasches und entschlossenes Handeln. Für die meisten Betroffenen wiegt jedoch vor allem die Einschränkung ihrer Lebensqualität durch ihre Hauterkrankung besonders schwer.

Gerade in den letzten zwanzig bis dreissig Jahren hat die Dermatologie und Venerologie wichtige Beiträge zur zielgerichteten Behandlung entzündlicher Hautkrankheiten und von Hautkrebs geleistet. Diese Entdeckungen haben auch in zahlreichen anderen medizinischen Fachgebieten Anwendung gefunden. Dadurch gelingt es heute mehr und mehr, hautkranken Patienten wirklich wirksam zu helfen.

Angehende Fachärztinnen und Fachärzte für Dermatologie und Venerologie durchlaufen bis zum Facharztexamen nach erfolgreich bestandenem Medizinstudium eine mindestens fünfjährige Weiterbildungszeit.
Diese Zeit muss eingerechnet werden, um aus jungen Assistenzärztinnen und Assistenzärzten vollständig ausgebildete Fachärztinnen und Fachärzte heranzubilden.