Die Suche nach tauglichen Mitteln, den weiter steigenden Kosten im Gesundheitswesen Kostensenkungen entgegen zu setzen, treibt Politik wie Medien an. Daher stammt die Forderung nach sogenannten «Globalbudgets». Diese lehnt die SGDV ab.

Die SGDV hält fest:

Der Anteil der Gesundheitskosten am BIP beträgt in der Schweiz 11,1% und ist damit gleich hoch wie in den Niederlanden (11,1%), Deutschland (11,0%), Schweden (11,0%) und Frankreich (10,9%). Gleichzeitig gehört unsere Patientenversorgung im europäischen Vergleich zu denen mit der besten Zugänglichkeit und dem besten Ergebnis. Selbstverständlich ist permanent zu prüfen, wo es ungenutzte Effizienz-, Verbesserungs- und Sparpotentiale gibt. Globalbudgets sind aber Schritte in die falsche Richtung, sie zielen an solch entscheidenden Fragen vorbei und schaffen nur neue Probleme. Versicherte / Patienten werden so mitunter in den falschen Glauben versetzt, so liessen sich die Prämien dauerhaft senken. 

  • Bei Globalbudgets bestimmen die Kosten die Behandlung und nicht umgekehrt. Resultate einer solchen Politik sind Qualitätseinbussen wie bspw. längere Wartezeiten, wie die Beispiele von Deutschland, Grossbritannien und Kanada zeigen. Auch besteht die Gefahr einer Patientenselektion auf Kosten von chronisch Kranken. Der Entscheid, welche Behandlung angezeigt ist, hat nach medizinischen Kriterien zu erfolgen. 
  • Die Einführung von Globalbudgets stellt aus ökonomischer Sicht eine Rationierung dar. Zum Zeitpunkt der Einführung wird unklar sein, wer wie stark betroffen sein wird. Schliesslich dürfte die Massnahme genau jene einkommensschwächeren Haushalte und Personen treffen, die Hilfe benötigen. So droht eine Zweiklassenmedizin.
  • Eine staatliche Steuerung und Deckelung über Globalbudgets kann kein Kostenproblem lösen. Viel eher werden neue geschaffen, bspw. wenn Patienten von der ambulanten in die teurere stationäre Versorgung ausweichen (müssen).
  • Globalbudgets nehmen den Leistungserbringern und Versicherern die Chance, innovative Versorgungs- und Finanzierungsmodelle in der Grundversicherung zu realisieren und bspw. über andere Tarifstrukturen in einem wettbewerblichen System zu bleiben.
  • Die im Rahmen der New-Public-Management-Welle gehegten Hoffnungen in Globalbudgets haben sich in der Realität in keinem Bereich bewährt. 
  • In der Gesundheitspolitik und gerade in einer älter werdenden Gesellschaft sind Rasenmäher- und Rationierungsinstrumente fehl am Platz. 
  •  Abzulehnen ist insbesondere auch der Vorschlag der CVP, es sei «eine Kostenbremse ähnlich der Schuldenbremse» einzuführen. 
     

Position der SGDV

  • Die SGDV lehnt jede Form von Globalbudgets im Gesundheitswesen ab.
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Dr. Carlo Mainetti
Präsident SGDV
+41 91 811 86 82


Prof. Jürg Hafner
past Präsident SGDV
+41 44 255 25 33